Das Baujahr ist der erste Indikator. Mineralwolle vor 1996 ist krebsverdächtig, ab 2000 mit RAL-Gütezeichen unbedenklich. Zwischen 1996 und 2000 gab es eine Übergangsphase — hier hilft nur noch ein Materialnachweis oder eine Probe.
Die Faserstruktur entscheidet. Der KI-Wert (Kanzerogenitätsindex) beschreibt das Verhältnis bestimmter Mineraloxide. Liegt er ≥ 40, ist die Mineralwolle als unbedenklich klassifiziert. Diese Werte stehen heute auf den Verpackungen — bei alten, eingebauten Materialien aber natürlich nicht.
Schutzmaßnahmen sind nicht verhandelbar. Auch wenn KMF rechtlich nicht so streng reguliert ist wie Asbest: die Schutzmaßnahmen aus TRGS 521 sind Pflicht. Vollschutz-Anzug Kategorie III, P3-Atemschutz, Schutzbrille, Befeuchtung gegen Faserflug, Schwarz-Weiß-Trennung bei größeren Mengen.
Die Entsorgung ist sortenrein und nachweispflichtig. KMF-Abfälle gehören in zugelassene KMF-Säcke (verstärkte Reißfestigkeit, klare Beschriftung) und auf zertifizierte Deponien. Wer KMF im normalen Bauschutt-Container mitfahren lässt, riskiert Bußgelder und macht spätere Verwertung des Bauschutts unmöglich.
Mengenfaktor planen. Bei kleinen Mengen reicht die direkte Verpackung in Säcken am Einbauort. Bei größeren Mengen — etwa bei kompletten Dachdämmungen oder Industrieobjekten — richten wir Schwarz-Weiß-Bereiche mit Personenschleuse und Unterdruck-Haltung ein. Diese Sondermaßnahmen werden im Festpreis-Angebot transparent ausgewiesen.
Dokumentation als Standard. Sie erhalten Wiegescheine, Begleit- und Übernahmescheine sowie Fotos der wichtigsten Sanierungsphasen. Das brauchen Sie für die Verwendungspflicht nach KrWG und für die Anrechnung auf Verwertungsquoten bei größeren Bauvorhaben.