Was sind Eternitplatten und warum sind sie problematisch?
Eternit ist ein Markenname für Asbestzement-Bauteile, der sich umgangssprachlich für die ganze Materialklasse durchgesetzt hat. Verbaut wurden die Platten in Deutschland vor allem zwischen 1955 und 1990 — als Wellplatten auf Garagen, Carports, Schuppen und Hallendächern, als Schiefer-Imitat auf Wohnhausdächern oder als Fassadenplatten in Schindel- und Stoßoptik.
Der Werkstoff besteht aus zementgebundenen Asbestfasern. Solange die Platten unbeschädigt sind, gelten sie als „festgebunden" — die Faserfreisetzung ist im Normalbetrieb gering. Kritisch wird es bei jedem mechanischen Eingriff: Brechen einer Platte, Bohren eines Lochs, Abplatzen durch Verwitterung, Hochdruckreinigung oder das Abnehmen von Schrauben mit dem Akkuschrauber. Jede dieser Tätigkeiten setzt lungengängige Asbestfasern frei, die noch Jahrzehnte später Mesotheliom oder Lungenkrebs auslösen können.
Genau deshalb ist die Entsorgung in Deutschland streng reguliert und gehört in die Hände einer TRGS-519-zertifizierten Fachfirma wie KACE Concepts. Wer mehr zum Hintergrund und zu typischen Asbest-Stellen in Bestandsbauten wissen will, findet das im Ratgeber Asbest erkennen; für Floor-Flex-Bodenbeläge gilt ein eigener Ablauf, beschrieben unter Floor-Flex-Platten sanieren.
Wie läuft die Entsorgung von Eternit in Stuttgart konkret ab?
1. Vor-Ort-Begehung
Wir besichtigen die Dach- oder Fassadenfläche, prüfen Zugang, Befestigungsart, Plattenzustand und mögliche Bruchstellen. Schon bei der Begehung wird klar, ob mit Hubsteiger, Gerüst oder Dachfanggerüst gearbeitet werden muss — das beeinflusst den späteren Festpreis erheblich.
2. Materialprobe
Bei untypischen Platten oder unklarem Baujahr empfehlen wir eine Probennahme durch ein akkreditiertes Sachverständigenbüro. Bei klassischer Eternit-Wellplattenoptik aus der Bauphase 1960–1990 ist der Asbestgehalt in der Regel klar — eine Probe kann dann entfallen, der Befund wird vorsorglich angenommen.
3. Anzeige beim Regierungspräsidium Stuttgart
Vor Beginn der Arbeiten reichen wir die behördliche Anzeige nach Gefahrstoffverordnung beim Regierungspräsidium Stuttgart ein. Vorlauffrist: 14 Tage — diese Frist ist gesetzlich verankert und kann nicht abgekürzt werden. Wer das übersieht, hält die Bauzeit nicht ein.
4. Demontage ohne Bruch
Mit Vollschutzanzug Kategorie III, P3-Atemschutz und Befeuchtungstechnik werden die Platten einzeln gelöst — Schraube für Schraube, ohne Bruch. Brechen ist verboten, weil dabei Faserwolken entstehen. Bei verklebten Schrauben kommt eine Spezial-Lösetechnik zum Einsatz, kein Schlagschrauber.
5. Verpackung in Big-Bags
Jede Platte geht direkt — ohne Zwischenlagerung — in einen reißfesten Big-Bag mit der gesetzlich vorgeschriebenen Asbest-Kennzeichnung (Gefahrgut-Symbol, Code „17 06 05*" nach Abfallverzeichnis-Verordnung). Big-Bags werden auf der Baustelle versiegelt und gewogen.
6. Transport und Deponierung
Der Transport erfolgt durch ein nach §54 KrWG zertifiziertes Entsorgungs-Unternehmen mit gültigem Begleitschein. Ziel ist eine zugelassene Sondermüll-Deponie — in der Region Stuttgart in der Regel die Deponie Burghof (Kreis Schwäbisch Hall) oder eine vergleichbare Anlage. Sie erhalten den Wiegeschein und den Übernahmeschein als Nachweis.
Was darf ich als Privatperson selbst entsorgen?
Die Gefahrstoffverordnung kennt eng begrenzte Ausnahmen, in denen Privatpersonen kleine Mengen festgebundener Asbestmaterialien selbst handhaben dürfen — typischerweise einzelne Platten an leicht zugänglichen Stellen, ohne Bruch, in absolut verschlossenen Big-Bags transportiert, an einer dafür zugelassenen Annahmestelle abgegeben. In Baden-Württemberg sind die kommunalen Annahmestellen für Privatkleinmengen rar und teilweise auf einzelne Quadratmeter pro Anlieferung begrenzt.
Wir raten ausdrücklich davon ab — und zwar aus konkretem Grund: Eine einzige gebrochene Platte, ein einziges Bohrloch in der Garagenwand oder ein versehentlicher Schlag mit dem Hammer setzt Asbestfasern frei, die sich über Jahrzehnte in Wohnung, Keller, Werkstatt und auf Kleidung verteilen. Sie atmen die Fasern dann nicht nur an dem einen Tag ein, sondern sehr lange danach — und Ihre Familie genauso. Auch ein normaler Haushaltssauger filtert Asbestfasern nicht, sondern wirbelt sie auf.
Ohne Anzeige beim Regierungspräsidium, ohne TRGS-519-Sachkunde, ohne P3-Atemschutz, ohne Befeuchtung und ohne dokumentierte Entsorgung handelt man zudem ordnungswidrig. Bußgelder nach Gefahrstoffverordnung gehen bis 50.000 Euro pro Vorfall.
Der einzig saubere Weg führt über einen TRGS-519-Fachbetrieb wie KACE Concepts — auch für scheinbar kleine Garagendächer.
Welche Deponien nehmen Asbestabfälle in der Region Stuttgart an?
Asbest darf in Deutschland nur auf Deponien der Klasse DK I, DK II oder DK III (je nach Herkunft und Asbestbindung) abgelagert werden, die ausdrücklich für asbesthaltige Abfälle (Abfallschlüssel 17 06 05*) zugelassen sind. In erreichbarer Entfernung zur Region Stuttgart sind das unter anderem:
- Deponie Burghof (Landkreis Schwäbisch Hall) — etablierte Anlage für Asbestabfälle aus dem Nordosten Baden-Württembergs
- Deponie Froschgraben / weitere kommunale DK-Deponien im Landkreis Ludwigsburg — bitte aktuellen Annahmekatalog des Abfallwirtschaftsbetriebs prüfen
- AVL- und AWS-Standorte im Landkreis Ludwigsburg und Stadt Stuttgart — Annahme nur in zugelassenen Verpackungen und meist nur für Privatkleinmengen
- Kreismülldeponien benachbarter Landkreise (Esslingen, Rems-Murr) — Aufnahmebedingungen variieren
Die Annahme- und Tarifbedingungen ändern sich regelmäßig — Tagesform, Mengenbegrenzungen, Voranmeldungen. Wir übernehmen die Deponie-Logistik komplett, inklusive Voranmeldung, Wiegeprozedur, Begleitschein und Übergabe der Belege. Sie müssen sich darum nicht kümmern.
Was kostet die Eternit-Entsorgung in Stuttgart konkret?
Pauschale Quadratmeter-Preise sind unseriös. Die tatsächlichen Kosten hängen ab von Plattenfläche, Zugangssituation (Hubsteiger, Gerüst, Dachfanggerüst), Plattenzustand (intakt vs. teilweise bröckelig), Abstand zur nächsten Sondermüll-Deponie und der konkreten Demontage-Zeit pro Platte. Trotzdem helfen drei Beispielspannbreiten zur ersten Einordnung:
- Garagendach, ca. 30 m², gut zugänglich: Komplettpaket inklusive Anzeige, Demontage, Big-Bag, Transport, Deponierung und Doku typischerweise im niedrigen vierstelligen Bereich
- Einfamilienhausdach, ca. 120 m², Eindeckung mit Dachfanggerüst: mittlerer vierstelliger bis niedriger fünfstelliger Bereich, je nach Gerüstaufwand
- Industriehalle, ca. 800 m² Wellplatten, Hubsteiger-Zugang: fünfstelliger Bereich, stark abhängig von Schichtstärke, Befestigungsart und Logistik
Disclaimer: Diese Spannbreiten sind Anhaltspunkte und ersetzen kein Festpreis-Angebot. Ein verbindlicher Festpreis kommt immer erst nach kostenfreier Vor-Ort-Begehung — alles andere wäre unseriös.
Welche Dokumentation erhalten Sie nach der Entsorgung?
Nach Abschluss der Arbeiten erhalten Sie eine vollständige Akte. Sie brauchen diese Dokumente für die Bauakte, für die Gebäudeversicherung, beim Verkauf der Immobilie und gegebenenfalls für künftige Modernisierungen:
- Anzeige-Bestätigung des Regierungspräsidiums Stuttgart (Eingangsbestätigung der 14-Tage-Anzeige)
- Begleitschein nach Nachweisverordnung (eANV) für jeden Asbest-Transport
- Übernahmeschein der Sondermüll-Deponie mit Datum, Menge und Abfallschlüssel 17 06 05*
- Wiegeschein mit Brutto-/Netto-Tonnage
- Foto-Dokumentation vor / während / nach der Maßnahme
- Übergabeprotokoll mit Bestätigung der ordnungsgemäßen Demontage und Entsorgung
- TRGS-519-Sachkundenachweis des verantwortlichen Bauleiters auf Anfrage
Die Akte wird Ihnen digital und auf Wunsch ausgedruckt übergeben. Aufbewahrungspflicht: mindestens 10 Jahre.
Häufige Fragen zur Eternit-Entsorgung in Stuttgart
Wie lange dauert die Entsorgung eines Eternit-Garagendachs in Stuttgart?
Inklusive 14 Tage Anzeige-Vorlauf typischerweise drei bis vier Wochen vom Auftrag bis zur abgeschlossenen Entsorgung. Die eigentliche Demontage einer 30-m²-Garage dauert in der Regel einen Arbeitstag.
Brauche ich eine Baugenehmigung für die Eternit-Demontage?
Für die reine Eindeckungsentfernung in der Regel nicht, sehr wohl aber die TRGS-519-Anzeige beim Regierungspräsidium. Bei Komplettabriss der Garage gelten die kommunalen Abrissanzeigen — wir prüfen das im Vor-Ort-Termin mit.
Darf ich die alten Eternitplatten zwischenlagern, bevor die Firma kommt?
Nein. Asbestabfälle dürfen nur in zugelassenen, gekennzeichneten Big-Bags und nur kurzzeitig auf der Baustelle gelagert werden. Lose Lagerung im Garten oder in der Garage ist eine Ordnungswidrigkeit und gefährdet die Gesundheit.
Kann ich die Eternitplatten mit dem Hochdruckreiniger reinigen, statt sie zu entsorgen?
Auf keinen Fall. Hochdruckreinigung verteilt Asbestfasern in der gesamten Umgebung und gilt nach TRGS 519 als verbotene Tätigkeit. Wer das macht, kontaminiert Garten, Nachbarschaft und Drainage.
Übernimmt KACE Concepts auch die Entsorgung in Ludwigsburg, Kornwestheim und Esslingen?
Ja. Unser Einsatzradius umfasst Stuttgart, Ludwigsburg, Kornwestheim, Esslingen und das gesamte Mittlere Neckar-Gebiet im Umkreis von 50 km um unseren Standort in Kornwestheim. Anfahrt und Logistik sind im Festpreis enthalten.
Festpreis-Angebot für Ihre Eternit-Entsorgung
Sie haben ein Eternit-Dach, eine Asbestzement-Fassade oder einen Verdachtsbereich in Stuttgart, Ludwigsburg, Kornwestheim oder Esslingen? Wir kommen kostenfrei zur Vor-Ort-Begehung, prüfen Zustand und Zugang und liefern einen verbindlichen Festpreis inklusive Anzeige, Demontage, Transport, Deponierung und vollständiger Dokumentation.
Anfrage am einfachsten über das Kontaktformular oder telefonisch — Rückmeldung innerhalb 24 Stunden. Mehr zum Gesamtleistungsumfang Asbestsanierung finden Sie auf unserer Pillar-Seite Asbestsanierung. Eine erste Einschätzung am Telefon kostet nichts und kann eine Menge Bauverzug, Bußgeld und gesundheitliches Risiko sparen.
