Asbest war in Deutschland bis 1993 in über 3.000 Bauprodukten verbreitet. Diese Checkliste zeigt die 15 typischen Stellen in Bestandsgebäuden 1950–1993 — von Eternit-Dachplatten über Floor-Flex-Bodenbeläge bis zu Spritzasbest. Sie ersetzt keine Materialprobe durch ein akkreditiertes Labor. Bei Verdacht: Material nicht anfassen, kein Bohren, keine Eigeninitiative — Sanierung ausschließlich durch TRGS-519-zertifizierte Fachbetriebe.
Was tun bei Asbestverdacht?
1. Material nicht anbohren, zerschneiden, entsorgen
Jede mechanische Bearbeitung setzt Asbestfasern frei. Auch das Abreißen, Kehren oder Staubsaugen ohne H-Klasse-Filter ist verboten.
2. Probe nur durch zertifiziertes Labor
Akkreditiertes Sachverständigenbüro beauftragen — wir vermitteln den Kontakt in der Region Stuttgart. Die Probennahme selbst ist TRGS-519-Sachkunde-pflichtig.
3. Sanierung ausschließlich durch TRGS-519-Fachbetrieb
KACE Concepts ist nach TRGS 519 sowie der Gerätefachkunde TRGS 519 Nr. 2.16 sachkundig. Wir übernehmen Anzeige beim Regierungspräsidium, Sanierung, Entsorgung und Freimess-Begleitung im Festpreis.
15 typische Asbest-Stellen in Bestandsgebäuden 1950 – 1993
Reihenfolge orientiert sich an typischer Häufigkeit in der Region Stuttgart. Baujahr-Spannen sind Erfahrungswerte, keine Garantie.
- Punkt 011960 – 1990
Eternit-Dachplatten
Asbestzement-Wellplatten, oft auf Garagen, Schuppen, Carports und kleineren Dachflächen. Nicht anbohren oder bearbeiten.
- Punkt 021965 – 1985
Fassadenplatten aus Asbestzement
Stoß- oder Schindel-Optik an Reihenhäusern und kleinen Mehrfamilienhäusern. Bei Sanierung TRGS-519-Fall.
- Punkt 031960 – 1985
Floor-Flex-Bodenplatten
Quadratische Bodenplatten (25×25 oder 30×30 cm), oft beige/grau marmoriert. Asbest in PVC, asbesthaltiger Bitumen-Kleber darunter.
- Punkt 041960 – 1977
Nachtspeicheröfen vor 1977
Asbesthaltige Innen-Isoliermatten. Nicht öffnen, nicht selbst entsorgen — Demontage durch Fachbetrieb.
- Punkt 051950 – 1985
Rohrisolierungen
Heizungs- und Warmwasserrohre mit Asbestschalen oder Spritzasbest, vor allem in Kellern, Schächten, Kriechräumen.
- Punkt 061960 – 1980
Außenfensterbänke
Fensterbänke aus Asbestzement, glatt, oft heller Beton-Optik, vorrangig in Mehrfamilienhäusern.
- Punkt 071960 – 1990
Fliesenkleber (vor 1990)
Schwarzer, bitumenhaltiger Fliesenkleber. Bei Fliesendemontage Faserfreisetzung möglich.
- Punkt 081960 – 1985
Dichtmassen rund um Türen / Fenster
Asbesthaltige Dichtmassen in Fugen — bei Bauteilausbau Voruntersuchung empfohlen.
- Punkt 091960 – 1990
Brandschutzplatten an Stahlträgern
In Gewerbe- und Industriegebäuden. Auch in abgehängten Decken zwischen Geschossen zu finden.
- Punkt 101960 – 1985
Lüftungsschacht-Auskleidungen
Asbestpappen und -platten als Innenauskleidung von Lüftungsschächten und Kaminwangen.
- Punkt 111955 – 1980
Spritzasbest in Decken
Schwach gebundener Asbestbelag in Decken-Verkleidungen und an Stahlträgern. Bei Berührung pudrig.
- Punkt 121960 – 1985
Vinyl-Asbest-Bodenbeläge (Bahnen)
Bahnenware (Linoleum-ähnlich) mit Asbest-Verstärkungseinlagen. Bei Renovierung sehr verbreitet.
- Punkt 131960 – 1985
Cushion-Vinyl-Beläge
Weichgepufferte Bodenbeläge mit Asbest-Faserinlage in der Trägerschicht.
- Punkt 141960 – 1990
Bremsbeläge in alten Aufzügen
Aufzugsanlagen vor 1990 enthalten häufig asbesthaltige Bremsbeläge — Sanierung in Abstimmung mit Aufzugswartungsfirma.
- Punkt 151955 – 1985
Asbestpappen in Heizungs- / Schornstein-Bereich
Brandschutz-Pappen rund um Heizkessel, Schornstein-Verbindungen, Rauchrohrführungen.
Häufige Fragen zu Asbest in Bestandsgebäuden
Wie erkenne ich Asbest im Haus?
Asbest ist optisch nicht sicher zu identifizieren — eine Materialprobe durch ein akkreditiertes Labor ist der einzige verlässliche Weg. Diese Checkliste mit 15 typischen Stellen (Eternit-Dach, Floor-Flex, Spritzasbest u. a.) hilft Ihnen, Verdachtsmomente in Bestandsgebäuden 1950–1993 einzugrenzen. Bei Verdacht: Material nicht anfassen, kein Bohren, keine Eigeninitiative.
Wann wurde Asbest in Deutschland verboten?
Asbest wurde in Deutschland 1993 verboten (Gefahrstoffverordnung, Anhang IV Nr. 1). Davor war der Stoff in über 3.000 Bauprodukten verbreitet. Gebäude vor 1993 — insbesondere zwischen 1950 und 1985 errichtet — gelten als asbest-verdächtig, bis das Gegenteil durch Materialprobe nachgewiesen ist.
Was tun bei Asbestverdacht?
Drei Schritte: 1) Material nicht anbohren, zerschneiden oder eigenständig entsorgen — jede mechanische Bearbeitung setzt Fasern frei. 2) Probe ausschließlich durch ein akkreditiertes Sachverständigenbüro nehmen lassen (wir vermitteln den Kontakt). 3) Sanierung nur durch einen nach TRGS 519 zertifizierten Fachbetrieb beauftragen.
Wer darf Asbest sanieren?
Asbestsanierung in Deutschland ist nach TRGS 519 (Technische Regel für Gefahrstoffe) anzeigepflichtig und ausschließlich durch zertifizierte Fachbetriebe zulässig. KACE Concepts ist nach TRGS 519 sowie der Gerätefachkunde TRGS 519 Nr. 2.16 sachkundig und für Sanierungen in Stuttgart, Ludwigsburg und Region zugelassen.
Welche Materialien enthalten typischerweise Asbest?
Die häufigsten Asbest-Quellen in Bestandsgebäuden 1950–1993 sind: Eternit-Dachplatten und Fassadenplatten, Floor-Flex-Bodenplatten und Vinyl-Asbest-Bahnen, Nachtspeicheröfen vor 1977, Rohrisolierungen, Spritzasbest in Decken, Brandschutzplatten an Stahlträgern, asbesthaltiger Fliesenkleber vor 1990 sowie Asbestpappen an Heizungen und Schornsteinen.
Was ist der Unterschied zwischen schwach und fest gebundenem Asbest?
Fest gebundener Asbest (z. B. Eternit-Wellplatten, Floor-Flex) ist in Zement oder PVC eingebunden — Fasern werden nur bei mechanischer Bearbeitung frei. Schwach gebundener Asbest (z. B. Spritzasbest, Asbestpappen) gibt schon bei Berührung Fasern ab und erfordert nach TRGS 519 strengere Schutzmaßnahmen: Schwarz-Weiß-Trennung, Unterdruck-Halten, Personenschleuse, Vollmaske P3.
Was kostet eine Asbestprobe?
Eine Materialprobe durch ein akkreditiertes Labor kostet je nach Aufwand typischerweise 80–200 € pro Probe. Wir vermitteln den Kontakt zu Sachverständigen-Büros in der Region Stuttgart und integrieren die Probennahme im Bedarfsfall in den kostenfreien Vor-Ort-Termin.
Wie viel Vorlauf braucht eine Asbestsanierung?
Die TRGS-519-Anzeige beim Regierungspräsidium Stuttgart hat eine Mindestfrist von 14 Tagen vor Arbeitsbeginn. Hinzu kommen typischerweise 1–2 Wochen für die Materialprobe und Auswertung sowie bei großen Vorhaben Wartezeiten auf die Freimessung. Realistischer Gesamt-Zeitrahmen: 3–5 Wochen vom Auftrag bis zur Freigabe.
Welche Schutzmaßnahmen gelten bei Asbestsanierung?
Pflicht-Schutzmaßnahmen nach TRGS 519: Sachkundige Aufsicht vor Ort, Schwarz-Weiß-Trennung mit Personenschleuse, Halbmaske oder Vollmaske P3 (je nach Material und Gebundenheit), Einwegschutzanzug, Faserstaubsauger H-Klasse, asbest-spezifische Verpackung (Big-Bag, doppelt foliert) und Entsorgung auf zugelassener Deponie mit Begleitschein.
Wo bestelle ich die TRGS-519-Anzeige?
Die Anzeige nach §3 GefStoffV i. V. m. TRGS 519 erfolgt beim zuständigen Regierungspräsidium — in Stuttgart, Ludwigsburg und Region Stuttgart ist das Regierungspräsidium Stuttgart. Wir übernehmen die Anzeige als Teil unseres Festpreis-Angebots, inklusive aller erforderlichen Unterlagen (Ablaufplan, Schutzmaßnahmen, Entsorgungsnachweis).